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X2302 Gestaltung und Pflege von sozial inklusiven und diversitätssensiblen Kommunen: Eine Fortbildung für Mitglieder in Stadtverwaltungen

Beginn Mi., 25.08.2021, 09:00 - 16:00 Uhr
Kursgebühr 360,00 €
Dauer 3 Termine
Kursleitung Prasad Reddy
Bemerkungen Bei Bedarf findet das Angebot in digitaler Form statt!

Hintergrund: Chancen und Barrieren für die Teilhabe und Partizipation in den Kommunen

In den gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Diskursen, sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf Praxis-Ebene, kursieren diverse Meinungen und Ansätze zur Bedeutung und Rolle von einer gelungenen und erfüllten Teilhabe und Partizipation ALLER Menschen in den immer diverser werdenden Kommunen und Städten. Die entscheidende Frage dabei: Welche Chancen und Barrieren kann man in Bezug auf die soziale Inklusion, Teilhabe und Partizipation aller, insbesondere der Benachteiligten, in unseren Kommunen/Städten feststellen? Wie kann man die Barrieren beseitigen und die Chancen für Teilhabe und Partizipation erhöhen?

Vielfalt im Kommunen und Stadtteileinrichtungen bedeutet nicht automatisch gelungene soziale Inklusion. Die Gestaltung und Pflege von sozialer Inklusion ist ein Prozess, der nur gelingen kann, wenn aktiv Rahmen-bedingungen dafür geschaffen werden, dass alle ihre Potenziale optimal entfalten und vielfältigste Teilhabe-barrieren abgebaut werden können. Eines der Kernplädoyers in diesem Kontext ist eine mehrperspektivische, diskriminierungsbewusste und „differenzsensible“ Vorgehensweise. Dies bedeutet insbesondere für Führungskräfte bzw. Mitglieder der Stadtverwaltung, in ihrem Führungsstil und im Umgang mit Mitarbeitenden und externen Zielgruppen ihre eigene Haltung und Handlungsweise kritisch im Hinblick auf Vorurteile, Machtgefälle und Ideologien der Unterlegenheit und Überlegenheit zu hinterfragen.

Der langjährig erprobte Anti-Bias-Ansatz kann wertvolle Hilfestellung leisten, die Sensibilität für Diskriminierung zu schärfen und Teilhabe-/Bildungsbarrieren abzubauen. Entwickelt wurde das Konzept Anfang der 1980er Jahre von PädagogInnen in den USA für den schulischen und außerschulischen Bildungsbereich. Die Weiterentwicklung für die Erwachsenenbildung fand Anfang der 1990er Jahre in Südafrika nach dem Ende der Apartheid statt. In Deutschland findet der Ansatz Verwendung seit Ende der 1990er Jahre. Das englische Wort „Bias“ bedeutet Voreingenommenheit, Schieflage, Vorurteil. Der Ansatz nimmt vielfältige Formen von Diskriminierung in den Blick: Geschlecht, Herkunft, Aussehen, soziale Schicht, körperliche und geistige Gesundheit, Religionszugehörigkeit oder sexuelle Orientierung können Merkmale sein, aufgrund derer Menschen diskriminiert werden. Der Referent begleitet diesen Ansatz seit seinen Anfänge in Deutschland. In seine stetige Weiterentwicklung, Konzipierung und Durchführung bezieht er inzwischen die Konzepte der Sozialen Inklusion, Capability Förderung (Befähigungsansatz)und Belonging (Zugehörigkeiten) mit ein.

Ziele und Inhalte der Fortbildung
Wie gehe ich mit Vorurteilen, Macht und Ideologien von der Überlegenheit und Unterlegenheit von mir selbst und anderen um? Die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung ist eine der Kernfragen des Anti-Bias-Ansatzes (Bias=Voreingenommenheit). Dabei offenbart sich schnell die Macht der Vorurteile und Stereotypen und die Ohnmacht der Betroffenen – mit weitreichenden Folgen für die Entwicklung einzelner Menschen und unserer Gesellschaft. Die Anwendung des Anti-Bias-Ansatzes lädt zu einem Perspektivwechsel ein. Ziel dabei ist, un- oder halbbewusste Teilhabebarrieren zu erkennen, ihnen zu begegnen und sie weitmöglichst zu beseitigen sowie Konsequenzen für ein reflektiertes und politisch verantwortungsvolles Handeln auf individueller, gesellschaftlicher und institutioneller Ebenen zu ziehen.

Themen
Die Analyse und praktische Arbeit der Trainings setzt an der persönlichen Erfahrung an, bezieht darauf aufbauend die zwischenmenschliche Ebene ein und verdichtet beides in der gesellschaftspolitischen Dimension von Vorurteilen und Diskriminierung. Der Programmablauf wird an die Bedürfnisse und Vorkenntnisse der Teilnehmenden angepasst.
• Anti-Bias-Strategie
• Haltung-Macht-Ideologie: Erfahrungsorientiertes Modell der Mechanismen von Unterdrückung
• Moderne und verinnerlichte Formen von Unterdrückung
• Ebenen von Diskriminierung
• Emotionale Stationen beim Abbau von Diskriminierung (Entwicklungsreise)
• Leitlinien einer Vorurteilsbewussten Leitung/Stadtverwaltung
• Fallanalysen unter Anleitung des Referenten und durch die Methode Kollegiale Fallberatung
• Leitlinien für die eigene Praxis
• Vernetzung und Nachhaltigkeit
• Vom Problem zum Ziel: Suche nach möglichen Lösungen und Antworten zu den zusammengeführten offenen Fragen und noch nicht aufgelösten Situationen
• Verkehrte Welten (Zukunftsszenarien)

Methoden
Die Fortbildung verspricht keine Rezepte für die Teilnahmenden. Stattdessen vermittelt die interaktive Fortbildungsreihe den Teilnehmenden durch Gestaltung des Raums für Selbstreflexion, kurze fachliche Inputs und Einzel-, Paar- und Kleingruppenarbeit sowie moderierten Erfahrungsaustausch erste Anregungen für einen vorurteilsbewussten Umgang mit vielfältigen Potenzialen und Barrieren für die Gestaltung von inklusiven Arbeitsumgebungen und Kommunen.

Die Fortbildung setzt auf die Intensität des Engagements der Teilnehmenden, die ihre eigenen Erfahrungen und Beispiele und die Fähigkeit, mit anderen TeilnehmerInnen und dem Moderator konstruktiv zu arbeiten, einbringen. Die Module sollen ein Sprungbrett sein für neue, kreative und zukunftsfähige Ideen zu einer veränderten Sicht- und Arbeitsweise in der Stadtverwaltung.




Kursort

Seminarraum

Westwall 40-42
47798 Krefeld

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Termine

Datum
25.08.2021
Uhrzeit
09:00 - 16:00 Uhr
Ort
Westwall 40-42, Haus der Familie;Tagungsraum 208
Datum
26.08.2021
Uhrzeit
09:00 - 16:00 Uhr
Ort
Westwall 40-42, Haus der Familie;Tagungsraum 208
Datum
27.08.2021
Uhrzeit
09:00 - 16:00 Uhr
Ort
Westwall 40-42, Haus der Familie;Tagungsraum 208